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Der Ursprung der Namen

Der Ursprung der meisten Namen ist folgender:

  • Beruf: Hier haben wir zum Beispiel den Schneider, den Köhler, den Bäcker oder den Schmied. Jedes Dorf hatte seinen eigenen Bäcker, Schneider usw., so das jene nicht notwendigerweise mit den Menschen gleichen Namens im nächsten Dorf verwand waren.
    Der Beruf und Stand war für das Ansehen in der mittelalterlichen Namen gebenden Gesellschaft von großer Wichtigkeit. Dies ist ein Aspekt, der diese Namengruppe zu einer der größten in Deutschland gemacht hat. Die hohe Anzahl der aus Berufsbezeichnungen entstandenen Familiennamen ist zusätzlich dadurch bedingt, dass verschiedene regionale Bezeichnungen für dieselbe Tätigkeit gebräuchlich waren. Berufsnamen entstanden durch Benennungen von Personen nach ihren Berufsbezeichnungen, wobei oft auch die beruftstypischen Produkte bzw. Werkzeuge u.a. eine Rolle in der Namengebung gespielt haben. Dann wird jedoch spezifisch von indirekten Berufsnamen bzw. Berufsübernamen gesprochen, z.B. deutsch "Hammer(schmidt)", "Nagel(schmidt)" oder "Kesselring" für den ,Schmied' oder westslawisch "Szuba", "Subenc" für den ,Pelzhändler'.
  • Ortsangabe: Hier kennen wir heute Namen wie Underberg, Feldhausen, Langenfeld. Im Englischen ist die Ortsbestimmung an der Endung -hill (Hügel) oder -wood (Wald) zu erkennen.
  • Patronymikum (vom Namen des Vaters abgeleiteter Eigenname): Viele dieser Namen sind an der Endung erkenntlich, zum Beispiel in England die Endung 'son' (Sohn) bei Williamson oder Jackson. Weitere Endungen in anderen Ländern, die den Begriff 'Sohn' anzeigen, sind -sen (Dänemark), -ez (Spanien), und -wiecz (Polen). Eine andere Möglichkeit, den Namen des Vaters zu übernehmen, war die Voranstellung der Silbe 'Sohn von'. Beispiele sind: Mac (Schottland und Irland), und 'ap' im Walisischen (Sohn von John - David ap John wurde zu David Upjohn).
  • Charakteristik: Hier finden wir Namen mit geistigen und körperlichen Merkmalen: Klein, Schwarz, Unruh, Fromm. In dieser Kategorie gehören auch die Satznamen - Sydickumme-Südekum, der Vorsichtige.
    Familiennamen, die Personen charakterisieren, können angenehm sein, aber auch Ärger bereiten. Seien Sie jedoch nicht unglücklich, wenn Ihr Name eine wenig schmeichelhafte Bedeutung hat. Denken Sie daran, das diese Beschreibung auf einen Vorfahren zutraf, der vor Jahrhunderten gelebt hat.
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    Namendeutung

    Es gibt Familiennamen, die offensichtlich sind, wie Weiß (sehr helle Hautfarbe oder weißes Haar), Rotbarth (ein Mann mit einem roten Vollbart) oder Reiher (eine Person mit den Eigenschaften dieses Vogels). Von den germanischen Verben bochen, puchen, dem mitteldeutschen boken und dem niederländischen beuken stammt der Name Poch. Diese beschreiben eine Nachahmung dunkler Schalleindrücke, wie sie z.B. durch Klopfen und Schlagen hervorgerufen werden. Daher kann dieser Name mit einer Person in Zusammenhang gebracht werden, die Gegenstände mit einem Werkzeug zerkleinert (pocht) oder zerstampft.
    Die Bedeutung anderer Namen hat sich im Laufe der Jahrhunderte allerdings verändert. Einige Namen, die unseren Vorfahren gegeben wurden, lassen manchmal das Mitgefühl vermissen, wie zum Beispiel der Name Fenstergucker.

    Der Familienname Bell gehörte z.B. zu einer Person, die in der Nähe einer Glocke gewohnt hat (Glockengiesser, Glockenzieher), könnte aber auch von dem altfranzösischen Wort "bel" (schön), "der Hübsche", kommen. Allerdings kann der Name "Bel" auch einen Nachkommen von Isabel beschreiben, denn "Bel" wurde als Abkürzung oder Kosewort für Isabel gebraucht. Es gibt heutzutage von den meisten Zunamen verschiedene Schreibweisen, und es ist nicht überraschend, das von jedem Namen verschiedene Varianten existieren.

    Vererbte Namen

    Die heutige Praxis des vererblichen Nachnamens stammt aus dem 10. oder 11. Jahrhundert und war in der venezianischen Aristokratie üblich. Kreuzfahrer, die aus dem Heiligen Land zurückkehrten, nahmen diesen Brauch auf und verbreiteten ihn in ganz Europa. Erst Frankreich und Großbritannien, dann Deutschland und Spanien übernahm diese Praxis, als die Notwendigkeit, die Person näher zu bestimmen, immer wichtiger wurde.

    Viele Historiker glauben, das Familiennamen von Ortsnamen oder von der Bezeichnung des ersten Wohnsitzes, die ersten vererbten Namen waren, wie z.B. Eichmann (von einer großen Eiche gekennzeichnet), stammt. Kose- und Spitznamen von der Charakteristika einer Person oder einem auffallenden, körperlichen Kennzeichen stammend, wurden ebenfalls sehr früh als Form eines Familiennamens benutzt und sind die am wenigsten, schmeichelhaften Namen. Dann folgten die von Berufen abgeleiteten. Die vom Vater abzweigenden Namen wurden zuletzt vererbt.