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Straßennamen

Straßennamen sind mehr als lediglich eine Orientierungshilfe für Ortsfremde und Briefträger, sie sind oft genug ein Politikum, denn sie werden von Politikern (Stadträten, Gemeinderäten) gemacht und unterliegen nicht selten dem Streit der Parteien. Dass es auch anders geht, zeigen US-amerikanische Städte wie New York, wo ein großer Teil der innerstädtischen Straßen nummeriert ist, was die Orientierung ungemein erleichtert.

Politische Straßennamen

Die typische Karriere einer deutschen Straße ist die Umbenennung von Kaiser-Wilhelm-Straße zu Friedrich-Ebert-Straße und dann in Adolf-Hitler-Straße. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde diese Straße im Westen oft zur Konrad-Adenauer-Straße und im Osten zur Wilhelm-Pieck-Straße. Aber nicht nur Politikernamen sind ein Politikum. Auch viele ostdeutsche Straßen der Deutsch-sowjetischen Freundschaft (Straße der DSF) mussten nach der Wende umbenannt werden.

Berühmte Straßennamen

Zu den Straßennamen die überregional bekannt sind gehören der Berliner Kurfürstendamm und die Straße Unter den Linden, die Düsseldorfer Königsallee und die Lindenstraße aus der ARD. International bekannt sind die Downing Street, der Broadway, die Champs-Élysées, die Wall Street und die Pennsylvania Avenue.

Historische Straßennamen

Manche historischen Straßennamen lassen noch erkennen, worauf sie zurückgehen. So haben viele Städte heute noch eine Straße, die Galgenberg oder Hochgericht heißt. Doch bei dem Frankfurter Straßennamen Gutleutstraße ist vielen nicht bewusst, dass die "guten Leute" die Pestkranken waren, die in dieser Gegend interniert wurden. Eine Frauenstraße weist nicht unbedingt auf die Jungfrau Maria hin. Sie kann auch das Quartier der Prostituierten gewesen sein.

Alte Flurnamen

An der Tatsache, dass sich im Zentrum heutiger Großstädte alte Flurnamen finden, lässt sich erkennen, wie sehr die Städte gewachsen sind. Alte Flurnamen sind zum Beispiel Bleichwiesen (für die Wäsche) und Ochsenanger.

Gruppierte Straßennamen

Bei Neubaugebieten versucht man häufig mehrere Straßennamen inhaltlich unter einem Oberbegriff zusammen zu fassen. Die so entstandenen "Malerviertel" verlangen dem Laien oft aber einiges an Bildung ab. Jeder weiß, dass Dürer und Rembrandt Maler waren, aber die Thorvaldsen-Straße würde der nicht im Malerviertel suchen, der weiß, dass Thorvaldsen ein Bildhauer war. Und wer nicht weiß, wer Bertel Thorvaldsen überhaupt war, könnte ihn für einen skandinavischen Politiker halten.

Skurrile Straßennamen

Bei relativ wenigen Straßennamen haben die Stadtväter (und -mütter) Humor gezeigt. Die Heidelberger Straßen Oberer Fauler Pelz und Unterer Fauler Pelz sind Straßen, die am Gefängnis vorbeiführen. Die Tittentasterstraßen in manchen norddeutschen Städten leiten sich vermutlich von den Wohnquartieren der Hebammen her, die den Milchfluss der Ammen durch Betasten der Brust beurteilen sollten. Ebenfalls zu erwähnen ist die Münchener Drückebergergasse.