
Ortsnamen
Ein Ortsname ist in den Geowissenschaften der Name eines topographischen Objektes (siehe auch Toponym). Im engeren Sinne bezeichnet Ortsname im allgemeinen Sprachgebrauch den Namen einer Gebietskörperschaft (Stadt, Gemeinde). Bereits in der Antike gab man den Siedlungen Namen, doch entwickeln sich die Namen im Laufe der Zeit weiter, was man besonders an Ortschaften römischen Ursprungs erkennen kann (Beispiel: Colonia wurde zu Köln).
Entstehung von Ortsnamen
Die meisten Ortsnamen sind vor sehr langer Zeit entstanden; viele sind bereits seit dem frühen Mittelalter überliefert (d.h. sie waren schon vorhanden, als die schriftliche Aufzeichnung begann). Sie können verschiedenste Ursprünge haben:
- Insbesondere während der Völkerwanderungszeit wurden Orte nach der dort siedelnden Sippe benannt, z. B. Göppingen('bei den Leuten des Geppo'), Kellinghusen ('bei den Häusern von Karls Leuten')
- Angehörige eines Volksstamms wurden z. B. von Karl dem Großen umgesiedelt: Dürkheim (946 Thuringeheim ),Sachsenhausen.
- Am Ort siedelte eine größere Anzahl von Personen gleichen Berufsstands oder gleichen Familiennamens, z. B. Fischerstadt
- Der Ortsname rührt von einem Fluss her, der den Ort durchfließt, beispielsweise bei der Mündung, wie Ybbs oder Fischamend ('Fischa am Ende')
- Nach nahe gelegenen Bergen, Wäldern, Seen etc.: Nürnberg ('Felsberg' zu mundartl. Nörr, Nürn 'Fels'), Finsterwalde, Westensee ('westlich des Sees').
- Nach in der Gegend gehäuft auftretenden Pflanzen oder Tieren, z.B Eschede ('Eschenort'), Exten ('bei den Elstern', zu westfäl. Eekster 'Elster'). Auch zusammengesetzte Namen können so entstehen, wie Eichstätt oder Biberach('Biberwasser').
