www.Janneck.eu - Informationen zu Namen, Vornamen, Familiennamen, Namenstage, Namenssuche, Namenkunde, Namenforschung, Onomastik, Etymologie, Bedeutung, Herkunft, Verbreitung

Hausname

Hausnamen sind Ortsnamen, im eigentlichen Sinne des Wortes. Sie kennzeichnen die kleinste Siedlungseinheit, den Wohnplatz, das Anwesen, das Wohnhaus. Viele ursprüngliche Wohnplatznamen (Hausnamen) sind in Laufe der Siedlungsentwicklung zu heutigen Ortsnamen geworden, wie die zahlreichen Ortsnamen mit den Endungen -heim, -hausen, -weiler und -rod belegen.Im Mittelalter war es üblich auch in den Städten Häuser mit Hausnamen zu versehen. Die Häuser hatten oft auffällige Hauszeichen, die häufig mit dem Namen des Hauses zusammenhingen. Hausnamen und -marken erleichterten die Orientierung in einer Zeit, in der die meisten Menschen Analphabeten waren. In Städten besitzen markante Häuser heute noch individuelle Namen, die sich oft von dem Namen prominenter Besitzer (analog Hausnamen in Dörfern) oder markanten Details am Haus ableiten.

Tradition der Hausnamen

Die Hausnamen wurden meist nur mündlich tradiert und deshalb im Laufe der Generationen verballhornt und verschliffen.Die Tradition der Hausnamen lebt in den Namen von Wirtshäusern und von Bauernhöfen weiter. Besonders in den Gebieten um die bayrisch/österreichische Grenze reichte die Verwendung der Haus- und Hofnamen bis nach 1945; durch die starke Migration der Nachkriegsjahre und die daraus resultierende Aufspaltung von eventuellem Familiengrundbesitz bzw. Wohnort geraten sie in Vergessenheit. Telekommunikation, Medien und nicht zuletzt die Zweckentfremdung (Orientierung für Analphabeten) tragen zum derzeit stattfindenden Aussterben der Haus- und Hofnamen bei. Lediglich in Urlaubsgebieten ist es noch bzw. wieder üblich, Pensionen Namen zu geben.
In bäuerlich geprägten Siedlungen bezog sich der Name nicht konkret auf das Haus, sondern auf das gesamte Anwesen ( Hof und Scholle ) und wurde als zusätzlicher oder auch ausschließlicher Name für die bewirtschaftende Familie gebraucht (Wohnstättenname, z.B. in Niederweidbach) und im gesamten mittelhessischen Raum.Wurde ein neues Anwesen/Haus im Dorf errichtet, so nahm in Mittelhessen in aller Regel die Frau den Hausnamen ihres Elternhauses mit. Der wurde dann versehen mit Zusätzen wie "neu, alt, oben, unten, vorne und hinten", je nach Lage des neuen Anwesens zum alten.