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Die Geschichte der Familiennamen

Die ersten Menschen, von denen man weiß, das sie einen Nachnamen trugen, waren die Chinesen. Die Legende besagt, das der Eroberer Fushi den Gebrauch von Nachnamen oder Familiennamen im Jahre 2852 v.Chr. anordnete. Es ist üblich, das der Chinese drei Namen hat, wobei der Nachname an erster Stelle steht. Er wird von einem der 438 Worte aus dem heiligen chinesischen Gedicht Po-Chia-Hsing entnommen. Dem Nachnamen folgt ein Generationsname, der aus 30 Kennzeichen eines persönlichen Gedichtes jeder Familie entnommen wird. Der Rufname steht dann an letzter Stelle.

Während des frühen Mittelalters wurden die Menschen mit nur einem Namen angesprochen. Aber langsam setzte sich der Brauch durch, einen weiteren Namen hinzuzufügen, um die Personen zu unterscheiden. Dabei wurden verschiedene Merkmale bezeichnet, zum Beispiel: der Geburtsort, (Franziskus von Assisi); oder eine persönliche Eigenschaft, so z.B. bei Lambert Le Tort (Lampert der Verdrehte, ein französischer Poet); oder der Beruf der Person, wie z.B. bei Peter Bauer; oder es wurde der väterliche Name hinzugefügt (Leif Erikson).

Der zweite Name

Im 12. Jahrhundert war der Gebrauch eines zweiten Namens so weit verbreitet, das es in einigen Gegenden als primitiv galt, keinen zweiten Namen zu besitzen. Aber obwohl dieser Brauch der Ursprung unserer heute üblichen Nachnamen ist, bezog sich der zweite Name, wie er im frühen Mittelalter zu verstehen war, nicht auf die Familie und war auch nicht erblich.

Ob sich diese zweiten Namen zu festen vererblichen Nachnamen entwickelt haben, ist nicht genau festzustellen, da sich dieser Brauch nur langsam über eine Periode von mehreren hundert Jahren entwickelt hat. Viele feste Nachnamen existierten neben den zeitweiligen "Beinamen" und umschreibenden Ausdrücken als zweiter Name.

Der "Nachname"

Im Jahre 1370 wurde das Wort "Nachname" erstmalig in Dokumenten festgehalten und erlangte emotionale und dynastische Bedeutung. Menschen, die keine eigenen männlichen Erben hatten, versuchten den Nachnamen an Personen aus der Seitenlinie weiterzugeben, damit der Familienname nicht ausstarb. Obwohl man daraus ersehen kann, das der Familienname eine Prestigefrage wurde, gibt es nur Vermutungen, warum er überhaupt vererbbar wurde.

Die Regierungen nahmen mehr und mehr Daten der Bürger zu den Akten. Die Besteuerungen und vor allen Dingen der Militärdienst machten es erforderlich, die Menschen genauer zu kennzeichnen. Auf dem Lande musste die herrschaftliche Verwaltung zur Regelung der Vererbung des Landbesitzes nicht nur über Personen, sondern über ganze Familien Buch führen. Man kann sicher sein, das spätestens im Jahre 1450 jede Person, gleich welchen sozialen Rang sie hatte, einen vererblichen Nachnamen besaß. Der Nachname identifizierte die Familie, schuf eine Verbindung zur Vergangenheit und zur Zukunft. Es überrascht nicht, das die Erhaltung des Familiennamens eine Sache des Familienstolzes wurde und man es sehr bedauerte, wenn kein männlicher Erbe diesen Namen weitertragen konnte.

Zu Beginn des 15. und 16. Jahrhunderts wurde der Familienname auch in Polen und Russland populär. Die skandinavischen Länder begannen erst Anfang des 19. Jahrhunderts, Familiennamen zu gebrauchen. Sie waren an den Brauch, den väterlichen Namen als zweiten Namen zu benutzen, gebunden. In der Türkei wurde erst auf Druck der Regierung 1933 der Familienname eingeführt.

In fast allen Fällen wurde der Familienname zuerst bei den Adligen und reichen Landbesitzern üblich, dann erst setzte er sich bei Kaufleuten und gewöhnlichen Bürgern durch. Die ersten beständigen Namen waren die von Adligen und Landbesitzern, die die Namen von ihren Herrschaftsgütern und Landbesitzen übernahmen. Diese Namen wurden mit dem vererblichen Land weitergegeben. Die Bürger übernahmen diesen Brauch.